„Tussiproblem“ Menopause – Was haben Hormone mit Persönlichkeitsveränderung zu tun? (Teil 1)

Teil 1 „Ein neues Ich erwacht…“

Kennst du das, du stehst morgens auf, deine Schlafqualität liess zu wünschen übrig und doch du bist guter Dinge? Die gewohnte Morgenroutine geht entspannt „über die Bühne“, doch dann ziehst du deine Lieblingsjeans an und du kriegst sie kaum über die Mitte deiner Oberschenkel. Innerhalb der letzten 30-60 min. hat sich dein Körper wie ein „Marshmallow Männchen“ mit Wasser gefüllt – nicht nur die Beine… Deine Stimmung hat plötzlich von ausgeglichen auf „kratzbürstig“ umgeschlagen und dein Bauch hat einen Umfang erhalten, als ob du erneut schwanger geworden bist. Dem nicht genug! An einem anderen Arbeitstag, das gleiche Spiel, doch der „Einsatz“ erhöht sich:  In einer Teamsitzung und trotz kühlen Temperaturen ist dein innerer Thermostat schlagartig auf sagen wir einmal „Hochsommer“ eingestellt. Nun gut, die Kleider vom Leibe zu reissen, liegt jetzt nicht drin und du greifst zu einem Glas Wasser. Abends beim Kochen merkst du plötzlich deine Glieder, es tut hier oder dort weh in deinem Bewegungsapparat und du hast das Gefühl, als ob Schmerzen und teils sogar Steifigkeit „wandern“. Langsam, aber sicher fragst du dich, ob du dir einen grippalen Infekt eingefangen hast. Spannenderweise geht alles erneut vorbei. Eine kurze Zeitspanne später realisierst du morgens oder irgendwann mitten in einem Gespräch, dass du ohne ersichtlichen Grund „nah am Wasser gebaut bist“, dein emotionales System schwappt sprichwörtlich über und das Gefühl von „alles ist für die Katz und du bist nichts wert“ taucht aus „heiterem Himmel“ in deinem emotionalen System auf. Wohlverstanden kurz darauf bist du wieder in deiner gewohnten Tagesstimmung und am selben Tag platzt dir beim Einkaufen „sprichwörtlich der Kragen“ und du reagierst übertrieben gereizt auf eine Situation, wo du normalerweise von deinem Gemüt her entspannt bleiben würdest. Na, bist du schon der Ursache auf die Spur gekommen?

Zwei, drei kleine Episoden aus meinem Leben: Ich bin seit 32 Jahren Brillenträgerin (kurzsichtig) und eines Abends in der Diskothek wirklich „Knall auf Fall“ konnte ich die Nachrichten auf meinem Handy nicht mehr lesen, alles andere sah ich ganz normal. Irgendwelche anderen Symptome, welche eine weitere differenzialdiagnostische Abklärung bedingt hätten, hatte ich schlichtweg nicht. An jenem Abend realisierte ich ups, die Flexibilität meiner Linse „war in die Jahre gekommen“. Es half auch nichts meine Arme so weit wie möglich auszustrecken, ich konnte die Message trotzdem nicht lesen – Willkommen „Altersweitsichtigkeit“. Zwei weitere Faktoren, welche mich aufhorchen liessen, war einerseits der massive Haarausfall, den ich plötzlich hatte und dass sich mein „Nachteule Gen“ bis in die frühen Morgenstunden problemlos ausweiten liess. Moment, 48 Jahre alt, juheee die Menopause hatte an meine Lebenstüre geklopft…

Wortspielerei – Menopause und ihre Synonyme:

Darf ich vorstellen: Menopause auch als Klimakterium, Wechseljahre oder umgangssprachlich „Abänderung“ bekannt. Gut der Begriff Menopause ist umgangssprachlich am weitesten geläufig, auch wenn dieses Wort medizinisch eine andere Bedeutung hat, dazu später. Kommen wir mal zum Synonym „Abänderung“: Also, irgendwie hört sich dies für mich an, wie wenn ich zum Schneider gehen würde und der ändert dann mal so quasi meinen „Bauplan“ als Frau ab. Klimakterium: Ja, das liegt mir schon näher, denn je nach Frau spielt der innere Thermostat bezüglich der eigenen Körpertemperatur wirklich „verrückt“ und viele Frauen sind plötzlich „Liebhaberinnen“ von Klimageräten oder mögen die Winterzeit lieber als die heissen Sommermonate. Wechseljahre: Ja, ok das klingt sagen wir zumindest einmal von der Persönlichkeitsentwicklung her spannend. Es sind die Jahre, wo ein neues Lebenskapitel beginnt: Je nach Konstitutionstyp und teils auch genetischer Vererbung wird meine Persönlichkeitsstruktur und mein Körper einem Teil- oder Gesamtwechsel unterzogen. Vieles wird reflektiert und in Frage gestellt, neue Facetten der Persönlichkeit werden oder können gelebt werden, sei dies jetzt gewollt oder teils ungewollt infolge des wechselnden Hormonhaushaltes. Das Wort Menopause steht von der medizinischen Thermologie schlichtweg für das Ende der Menstruation dazu noch ausführlicher im Abschnitt „Zeitspanne Menopause – Die „Vier“ Phasen. 

Bye bye Östrogen & Co.  – Progesteron als erster im „Ruhestand“:

Dass Östrogene in den Wechseljahren eine entscheidende Rolle spielen, ist allgemein bekannt. Doch auch das Sexualhormon Progesteron übernimmt als Botenstoff wesentliche Funktionen im weiblichen Körper und steuert zahlreiche Prozesse. Ein Mangel an Progesteron kann sich daher durch eine Vielzahl von Symptomen bemerkbar machen. Besonders in den Wechseljahren sinkt die Konzentration dieses Hormons schneller erheblich. Trotzdem sind sich nur wenige Frauen der Bedeutung von Progesteron bewusst und dass dieser Hormonspiegel als erstes absinkt. 

Stand Hormonkreislauf ab der Pubertät:

Doch drehen wir «das Rad der Zeit» einfach einmal zurück und starten in der Pubertät, dann wenn der Menstruationszyklus «voll in Fahrt» gekommen ist: Bezüglich unseres Zyklus sind die beiden Sexualhormone auf der einen Seite Gegenspieler und andererseits bedingen sie sich gegenseitig. 

Wenn eine Eizelle unter dem Einfluss der hypothalamischen Hormone LH (lutenisierendes Hormon) und FSH (follikelstimmulierendes Hormon) Progesteron (med. Corpus-luteum-Hormon) heranreift gibt es einen Zeitpunkt, wo es zum sogenannten Eisprung kommt und die Eizelle aus dieser Follikelhülle entlassen wird. Die quasi übrig gebliebene «Hülle» wird umgangssprachlich «Gelbkörperhormon» genannt. Funktion dieses Progesterons ist unter anderem die Gebärmutterschleimhaut auf eine evtl. befruchtete Eizelle optimal vorzubereiten «quasi das Bett vorzubereiten (Dicke, Nährstoffe, Durchblutung etc.)». Wenn eine Eizelle nach dem Eisprung befruchtet wird, kann sie sich in der vorbereiteten Gebärmutterschleimhaut einnisten. Das Hormon Progesteron spielt eine zentrale Rolle in diesem Prozess, da es dafür sorgt, dass die Eizelle ausreichend versorgt wird. Bis zur zwölften Schwangerschaftswoche wächst der Gelbkörper weiter und produziert zunehmend Progesteron, um die Schwangerschaft zu unterstützen. Erst danach übernimmt die Plazenta diese Aufgabe, da sie nun in der Lage ist, selbst Progesteron zu produzieren, wodurch der Gelbkörper seine Funktion verliert und abstirbt.

Kommt es hingegen zu keiner Befruchtung der Eizelle, degeneriert der Gelbkörper unmittelbar nach dem Eisprung. Dies führt zu einem abrupten Abfall der Progesteronproduktion, woraufhin sich die Gebärmutterschleimhaut ablöst und die Menstruationsblutung einsetzt. Der sinkende Progesteronspiegel wird an das Gehirn zurückgemeldet, was den Hypothalamus dazu veranlasst, die Produktion von Östrogen zu initiieren und damit einen neuen Zyklus zu starten.

Dieser faszinierende Kreislauf der hormonellen Regulation unterstreicht die Komplexität und Präzision des weiblichen Fortpflanzungssystems. Die fein abgestimmte Balance der Hormone ermöglicht nicht nur die Vorbereitung und Erhaltung einer möglichen Schwangerschaft, sondern auch den regelmäßigen Neustart des Zyklus, wodurch die Möglichkeit einer Befruchtung in jedem neuen Zyklus wieder von vorn beginnt.

Menopause – «Player»-Progesteron ist nicht mehr im Spiel – Was sind die Auswirkungen? 

Bis zum Einsetzen der Wechseljahre wirkt Progesteron unterstützend bei der Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft oder dem Beenden des Menstruationszyklus. Deshalb wurde das Gelbkörperhormon lange Zeit nur als „Schwangerschaftshormon“ und „Menstruationshormon“ betrachtet. Mittlerweile konnten Wissenschaftler jedoch viele Körperfunktionen ausmachen, die durch den Progesteronspiegel deutlich beeinflusst werden. Hier ein kleiner Auszug:

    • Stimmung
    • Schlaf
    • Schmerz
    • Blutdruck
    • Wasser- und Salzhaushalt
    • Knochenaufbau und –stabilisierung
    • Stoffwechsel und Energiehaushalt
    • Körpergewicht
    • Immunsystem

Ich glaube, hier sagen zu dürfen für sehr vielen Frauen ist ein grosser Teil dieser Symptome bereits vertraut und sie kennen dies aus den Jahren ihres „normalen“ Menstruationszyklus. Ja klar, auch hier gibt es immer wieder Frauen, welche zeitlebens keine Symptomatiken während ihres Menstruationszyklus haben und diese „Erfolgsserie“ auch gleich mit in die Phasen der Menopause transportieren. 

Übrigens unsere klassische westliche Medizin hat in den letzten über 30 Jahren immer den Fokus primär auf den Östrogenabfall gelegt, Progesteron war eher ein „Nebenspieler“. Die Wichtigkeit des primären Abfalls von Progesteron und vor allem die Nebenwirkungen sind im Therapieansatz erst in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der modernen Hormonersatztherapie (HRT)geraten. Übrigens in der TCM (traditionelle chinesische Medizin) oder in der Ayurvedischen Medizin verläuft der natürliche Menstruationszyklus ohne Beschwerden, alles andere ist eine Dysfunktion des inneren Gleichgewichts des weiblichen Körpers. Mit dem gleichen Ansatz begegnen sie auch der Menopause…

Zeitspannen Menopause und ihre «vier» Phasen im Detail dazu im zweiten Teil dieser Blogserie.

„Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ – Ist die Selbstliebe der Schlüssel zur wahren Liebe?

Schon einmal gehört, „Wenn du dich selbst nicht liebst, dann kannst du auch keinen anderen Menschen richtig lieben“. Klingt doch logisch? Klingt einfach? Liegt der Schüssel zur Liebesfähigkeit wahrhaftig einzig und allein in der Selbstliebe?

Selbstliebe und Psychologie

Manche Menschen lieben sich selbst auf natürliche Weise, während andere ständig mit sich hadern. Ein wesentlicher Grund dafür liegt laut der Psychologie in der Wertschätzung durch die Eltern, dies vor allem in den ersten sechs Lebensjahren. Damit wir lernen, uns selbst mit allen Facetten unserer Persönlichkeit anzunehmen und zu lieben, müssen unsere Eltern uns zeigen, dass wir als Person genau richtig sind – auch wenn wir als Kinder Fehler machen. Fehler machen zu dürfen, hilft uns zu lernen und unsere Persönlichkeit zu schärfen.

Begegnen Eltern ihren Kindern mit einer grossen Portion Offenheit und liebevollem Interesse und verhaften nicht in starren Vorstellungen wie ihr Kind sein sollte, ist Raum für Entdecken, Raum für Entfaltung wie auch Raum für eine sogenannte Fehlerkultur im Sinne von «Try and Error» erst möglich. Elternliebe wird oft an gefälliges Verhalten geknüpft, wie zum Beispiel durch die Aussage wie «Wenn du heute brav bist und niemanden störst, dann habe ich dich lieb.» «Oder wenn du mir hierbei hilfst bist du ein liebes Kind». Auch hierbei gilt der Ansatz einmal geäussert kann sich beim Kind einprägen, wie auch die ständige Wiederholung solcher Sätze, wo Liebe an Bedingungen geknüpft ist. So manche – durchaus auch unbedachte – Äußerung in unserer Kindheit kann sich wie eine Art Glaubenssatz einprägen. Mangelnde Selbstliebe bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Kindheit schrecklich war. Auch schmerzhafte Erfahrungen wie Trennungen oder Mobbing können dazu führen, dass Menschen Schwierigkeiten haben, sich selbst zu akzeptieren.

Viele Psychologen argumentieren, dass Selbstliebe eine grundlegende Voraussetzung dafür ist, andere Menschen lieben zu können. Dies wurde eindrucksvoll von Erich Fromm, einem der führenden Sozialpsychologen des 20. Jahrhunderts, beschrieben. Schon in der Bibel findet sich diese Erkenntnis, als es heißt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Das bedeutet, dass nur diejenigen, die sich selbst gut behandeln, nur andere Menschen gut behandeln können…

Ist Selbstliebe = Selbstverliebtheit?

Ich liebe mich selbst, ergo bin ich in mich verliebt? Selbstverliebtheit ist ein Gefühl, welches in übersteigerter Form Anteile von starkem Egoismus oder sogar Narzissmus in sich trägt und letztlich, als eine psychische Störung taxiert wird. Bei Selbstverliebtheit finden die Worte Verzeihen, Toleranz und das Annehmen von eigenen Schwächen und Fehlern kaum bis keinen Platz. Selbstliebe hingegen ist von jenen Gefühlen geprägt. Selbstliebe bedeutet, sich selbst als richtig und in sich selbst zuhause zu fühlen, sich so anzunehmen, wie man ist, und die eigene Person wertzuschätzen. Diese bewusste Zuwendung zu sich selbst, diese daraus entstehende innere Zufriedenheit bringt zahlreiche positive Effekte mit sich, die nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern auch das Umfeld positiv beeinflussen. Diese Selbstliebe zeigt sich ganz klar im Umgang mit Beziehungen und damit sind liebvolle Beziehungen auf Augenhöhe gemeint. Es entstehen keine emotionalen Abhängigkeiten, Eifersuchtsdramaturgien oder die Unfähigkeit jemandem sagen zu können, dass man ihn liebt.

Kennst du die fünf Säulen der Selbstliebe?

Die Säule der Selbstannahme:

Auf den Punkt gebracht bedeutet sich aller „Plus und Minus“ der eigenen Persönlichkeit bewusst zu sein mit dem salopp gesagten „Grundmove hey ich bin ok“ durchs Leben zu gehen.

Die Säule des Selbstgespürs:

Im Sinne von einem Gespür für sich selbst und seine Bedürfnisse zu entwickeln und sich immer wieder bewusst zu werden, welcher Anteil in mir macht mir Mühe, lehne ich ab oder kann ich zum Teil nicht annehmen.

Die Säule des Selbstgesprächs:

Hier habe ich die Möglichkeit mich täglich selbst zu beeinflussen, meine alten Gewohnheiten nachhaltig zu durchbrechen und meine eigenen Gedankenmuster umzuformen und neue anzutrainieren.

Die Säule des Selbstgefühls / der Selbstwahrnehmung:

Ja mich selbst zu fühlen, sich meiner eigenen Gefühle bewusst zu werden, diese zuzulassen, anzunehmen, zu erkennen und auch benennen zu können. In welchem Zustand bin ich aktuell in meinem Leben unterwegs, physisch wie auch psychisch, dies auch immer wieder zu reflektieren und daraus die nächsten Schritte der Selbstliebe ableiten zu können.

Die Säule der Selbstverbindung:

Das Streben nach Verbindung ist ein tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis. Diese innere Sehnsucht kann sich als Traurigkeit, Melancholie, innere Unruhe und Suche manifestieren. Um dieses Gefühl der Leere zu erfüllen, suchen wir häufig die Verbindung zu unserer Umwelt, streben danach, andere zu finden und Anerkennung sowie Wertschätzung zu erfahren. Durch unser Aussehen, unser Verhalten, unser berufliches Engagement oder unsere Lebensweise versuchen wir, diese Verbindung herzustellen und werden möglicherweise zu Menschen, die es allen recht machen wollen. Trotz dieser Absicht bleibt oft ein Glaube der Unvollständigkeit. Die tiefe Sehnsucht nach innerer Verbundenheit kann durch äußere Faktoren nicht gestillt werden. Diese innere Leere kann nur von uns selbst gefüllt werden. Verbindung bedeutet Verständnis, Hingabe, Sicherheit, Zugehörigkeit und Liebe. Wenn wir diese Verbindung spüren, fühlen wir uns nicht allein oder getrennt von anderen oder von uns selbst. Im Kern ist es der Wunsch, unser ursprüngliches Sein wieder zu erfahren, da wir von der Natur aus mit allem um uns herum verbunden sind und eine Einheit bilden. In der reinen Essenz geht es um die Verbundenheit in uns selbst, „das Gefühl in mir zuhause zu sein“ darin gründet unser Urvertrauen in unsere eigene Kraft. Unser Leben ist ein Kommen und Gehen, Veränderung unser ständiger Begleiter, die tiefe innere Verbindung zu uns Selbst jedoch bleibt bis zum letzten Atemzug!

Schlüsselmomente meiner Praxiserfahrung

Sich selbst in ALLEN Facetten der eigenen Persönlichkeit DAUERND lieben zu können baut Druck auf. Warum? Sind wir einmal ehrlich, gibt es irgendwo auf der Welt einen Menschen, der keine Makel oder Marotten hat, der über keine nervigen Eigenschaften verfügt? Wohl kaum.

Ich sehe die Relevanz einmal mehr in der Bewusstseinsschaffung: Sprich zu erkennen, hey welche der eigenen Eigenschaften/Muster/Gewohnheiten/Anteil an mir triggern mich dauernd und nerven mich. Diese Erkenntnis anzunehmen, nicht zu akzeptieren. Akzeptieren bedeutet, ich bin irgendwo noch im „Kintsch“ respektive im Kampf mit einem Anteil meiner Persönlichkeit. Wenn ich jedoch annehmen kann, dann lasse ich zu und der Druck, den ich mir selbst mache, wird kleiner. Gehe ich noch in die Haltung rein, dass diese ungeliebte Eigenschaft einfach nur ein Teil meiner Persönlichkeit ist und mich nicht komplett ausmacht, dann kann das Loslassen beginnen und der innere Druck wird erneut kleiner. Dies alles als Prozess und Teil des Lebens zu sehen, auf der persönlichen Zeitachse schafft eine neue Relation zum eigenen Muster, verändert die eigene Perspektive und lässt Raum für neue Lösungsansätze zu. Durch die Zeitachse des eigenen Lebens wird einem auch immer wieder bewusst, dass auch die Intensität der Selbstliebe gewissen Rhythmen unterliegt und gewisse Gefühle in Bezug zu sich selbst und die damit verbundenen Muster wie Ebbe und Flut immer wieder einmal kommen und gehen und wir mit der Zeit immer regulativer auf uns selbst einwirken können. Dankbarkeit ist ein Zauberwort auf dem Wege zur Selbstliebe und hilft die eigenen Gedankenmuster und geistigen Einstellungen achtsam und liebevoll auf sich selbst zu lenken.

Oder wie Buddha zu sagen pflegte: „Du selbst, genauso wie jeder andere im ganzen Universum, verdienst deine Liebe und Zuneigung“.

Die transformative Kraft der Musik – Eine Symphonie für Körper, Geist und Seele!

Musik ist mehr als nur eine Abfolge von Tönen und Rhythmen. Sie ist ein tiefgreifendes soziales Konstrukt, das Menschen durch gemeinsames Musizieren verbindet und synchronisiert. Musik ist mehr als nur eine Kombination von Tönen –Musik öffnet uns, indem Sie unsere Emotionen anspricht, sei es durch die Euphorie, etwas Neues zu lernen, die Freude am gemeinsamen Üben und Lernen, die beflügelnde Dynamik der Gruppe oder die beruhigende oder aktivierende Wirkung, die Musik auf uns Menschen hat.

Die Wissenschaft hinter dem Hören

Musik, so faszinierend sie auch ist, besteht nur aus Schwingungen in der Luft – also sozusagen einfach Luftmolekülen, die „wackeln“. Unser äußeres Ohr fängt diese Schwingungen wie ein Trichter auf und leitet sie übers Mittelohr ins Innenohr weiter. Im Mittelohr treffen sie auf eine «gespannte Membran», das Trommelfell, das in Schwingung versetzt wird. Ja und gleich auf der anderen Seite dieser Membran sind die Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel), welche die Schwingung verstärken und zum Innenohr weiterleiten, sprich zur Gehörschnecke. Diese ist ein komplexes System aus Hohlräumen, Flüssigkeiten und Sinneszellen, und wandelt die mechanischen Wellen in elektrische Signale um, die über Nervenfasern zu unseren Hörbahnen und letztlich ins Gehirn geleitet, wo sie im primären auditorischen Cortex ankommen.

Aber das ist nur der Anfang. Musik aktiviert verschiedene Bereiche unseres Gehirns: das motorische System durch den Rhythmus, das Hörzentrum durch den Klang und die Sprachzentren durch die Melodie. Vergessen wir nicht die emotionale Qualität der Musik, welche unsere Erinnerungen aktiviert und unser Denken lenkt.

Binaurale Beats – Das Multitalent unter den Beats?

Binaurale Beats sind weit mehr als nur Klänge – sie sind ein mächtiges Werkzeug, das tief in unser mentales und emotionales Wohlbefinden eingreift. Oft in der Meditation, bei der Stressbewältigung und zur Verbesserung des Schlafs angewandt, entfalten diese speziellen Frequenzen ihre Wirkung auf eindrucksvolle Weise. Sie helfen, Angstzustände zu reduzieren, die Stimmung zu heben und die kognitive Leistungsfähigkeit zu verbessern. Viele Menschen berichten von einer gesteigerten Konzentration und einem tieferen Gefühl der Entspannung nach dem Hören dieser Klänge.

Obwohl die Forschung noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es bereits vielversprechende Studien, die die positiven Effekte von binauralen Beats auf das Gehirn belegen. Diese Studien zeigen, dass binaurale Beats die Neuroplastizität fördern können – die Fähigkeit des Gehirns zur Anpassung und Veränderung. Dies bedeutet, dass unser Gehirn durch diese Klänge unterstützt wird, flexibler und anpassungsfähiger zu reagieren.

Was sind binaurale Beats?

Man könnte sagen, es handelt sich bei den binauralen Beats um einen akustischen Trick des Gehirns, vielleicht sogar eine Art auditive Halluzination. Denn letztlich hört man etwas, das gar nicht da ist. Das Phänomen tritt auf, wenn man sich einen Kopfhörer aufsetzt und links und rechts zwei unterschiedlich hohe Töne auf die Ohren spielt, so dass das Gehirn die Differenz als dritten Ton, den binauralen Beat, wahrnimmt. Es handelt sich hierbei um eine Klangtechnologie, die das Gehirn in verschiedene Bewusstseinszustände versetzen kann. Wie sieht dies die Wissenschaft?

Die Idee der Wirkung – Unsere Gehirnwellen «gehen mit»?

Ja, in unserem Gehirn gibt es verschiedene Gehirnwellen und je nach unserem jeweiligen Zustand – ob wir gerade schlafen oder hochkonzentriert arbeiten –, treten mal langsamere Wellen und mal schnellere Wellen auf. Hier ein kurzer Überblick:

    • Delta-Wellen (1-4 Hz): Tiefschlaf
    • Theta-Wellen (4-8 Hz): Unaufmerksamkeit, Müdigkeit, leichte Schlafzustände
    • Alpha-Wellen (8-14 Hz): Entspannter Wachzustand
    • Beta-Wellen (14-30 Hz): Normaler, aktiver Wachzustand. Treten auch im REM-Schlaf auf.
    • Gamma-Wellen: Über 25 Hertz. Wohl beim Zusammenführen von Informationen verschiedener Gehirnbereiche wichtig. Beteiligt bei intensiven und konzentrierten Aufmerksamkeits- und Bewusstseinsprozessen.

Die Idee hinter den Effekten der binauralen Beats ist, dass man mit der hervorgerufenen Schwingung auch andernorts im Gehirn Gehirnwellen gleicher Frequenz hervorrufen kann. Sprich wenn wir also binaurale Beats hören, synchronisieren sich unsere Gehirnwellen mit der Frequenz des erzeugten Beats. Ursprung dieser Idee kam von US-amerikanischen Geschäftsmann und Radio-Programmdirektor Robert Allen Monroe.

Für Christoph Reuter, Professor für systematische Musikwissenschaft an der Universität Wien klingt dies unschlüssig und wenn diese einmal auftritt, ist dies für uns sogar eher ungesund wie zum Beispiel bei einem epileptischen Anfall.

Schlüsselmomente meiner Praxiserfahrung

Musik beeinflusst unsere Gefühle und unsere Stimmung, denn sie nimmt uns mit auf eine Reise in unser Innenleben, in unsere Vergangenheit und lässt unsere Hormone «tanzen“! Auf unser Gehirn wirkt Musik wie ein emotionaler Code. Bestimmte Melodien, Rhythmen und Harmonien aktivieren bestimmte Bereiche im Gehirn und setzen eine Kaskade biochemischer Reaktionen in Gang.

Hören wir unsere Lieblingsmusik wird Dopamin unser Glückshormon ausgeschüttet: Deshalb können uns die ersten Takte eines geliebten Songs in Euphorie versetzen und schlechte Laune im Handumdrehen vertreiben. Auch das «Kuschelhormon» Oxytocin wird ausgeschüttet und wir spüren Verbundenheit und Vertrauen, wenn wir in einem Konzert sitzen oder gemeinsam im Chor singen. Insbesondere die Auswirkungen auf unser Stresshormon Cortisol, sind gut erforscht: Stimulierende Musik führt zu einer Erhöhung des Cortisolspiegels, während beruhigende Musik ihn senkt. Musik ist ein emotionaler Auslöser, weil sie die die Fähigkeit besitzt Erinnerungen zu aktivieren. Warum, weil sie tiefe emotionale Spuren in unserem Gedächtnis hinterlassen kann.

Mein Tipp: Stellen Sie sich ihren persönlichen Soundtrack zusammen oder ihre Stimmungsplayliste – eine Sammlung von Songs, welche Ihnen Trost, Ruhe und Kraft Power oder einfach gute Stimmung vermittelt und habe Sie diese immer «hörbereit» –  Sie werden staunen, was für therapeutischen Ressourcen in ihrer persönlichen Hitliste stecken!

Updates aus Forschung & Wissenschaft – Musik im Einsatz der Medizin

    • Prof. Stefan Kölsch, Instrumentalmusiker, Psychologe und Neurowissenschaftler, erforscht die heilende Kraft der Musik. Seit 2015 lehrt er an der Universität Bergen und beschreibt in seinem Buch „Good Vibes“ (2019), wie Musik bei verschiedenen Erkrankungen wie Schlaganfall, Alzheimer, Parkinson, Autismus, chronischen Schmerzen, Suchtproblemen, Depressionen und Schlafstörungen hilft. Musik aktiviert das Belohnungssystem des Gehirns und fördert die Ausschüttung von Glückshormonen wie Dopamin und Oxytocin, was das Wohlbefinden steigert.
    • Prof. Gunter Kreutz zeigte in einer Studie (2013), dass wöchentliches Singen in einem Chor das Wohlbefinden signifikant verbessert und das Immunsystem stärkt, was durch erhöhte Oxytocin- und Immunglobulin-A-Spiegel belegt wurde. Interessante Tradition: In allen Kulturen werden weinende und verängstigte Kinder durch das Singen beruhigt…!
    • Vera Brandes, ehemalige Leiterin des Forschungsprogramms für Musik Medizin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg, verwendet Musik, die auf natürlichen Regulationsmechanismen des Körpers basiert, gezielt zur Therapie von Depressionen und anderen Erkrankungen. Ihre Methode, eine „chronobiologisch basierte, musikfokussierte auditive Stimulationsmethode“, hat gezeigt, dass Musik die Organfunktionen verbessern kann und positiv auf die Herzfrequenzvariabilität wirkt, die als Indikator für den Schweregrad der Depression dient. Brandes sieht Musik als ein therapeutisches Werkzeug, wie ein Medikament und wendet es präzise in der Patientenversorgung an. Ihre Forschung unterstreicht, wie musikalische Rhythmen den Organismus beeinflussen und die natürlichen Körperrhythmen synchronisieren können, um Harmonie und Ausgeglichenheit im Körper zu fördern.

Die neuen Stars am Lebenshimmel – das Geheimnis der «Best Ager!»

Okay, tauchen wir in das moderne Dschungelbuch von KI, Google & Co. ein, wenn es um die fabelhaften „Best Ager“ geht! Diese sind laut Sozialen Medien die Stars der Generation Ü40/50 – voller Lebenslust, konsumfreudig und finanziell stabil. Mit einem gut gefüllten Bankkonto und einem Funkeln in den Augen gehen sie durchs Leben, als hätten sie den Jackpot geknackt. Ist dem wirklich so? Beginnt die beste Lebensphase jenseits 40/50+? Let’s check it out!

Marketingexperten haben die „Best Ager“ fest im Visier. Dieser Begriff beschreibt Menschen über 50, die aktiv, jung geblieben und finanziell abgesichert sind. Sie werden als anspruchsvolle Konsumenten gesehen, die durch ihre stabile finanzielle Lage und ihr ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein perfekte Zielkunden darstellen. Die Marketingstrategen segmentieren die Altersgruppen in „Youngster“, „Mid Ager“, „Best Ager“ und „Senior“. Diese Einteilung hilft, massgeschneiderte Produkte zu entwickeln und  gezielt zu bewerben – obwohl wir diese Produkte oft gar nicht brauchen, die Werbung uns jedoch geschickt überzeugt.

Lebensphasen und psychosoziale Entwicklung, was steckt dahinter?

Psychoanalytiker Erik H. Erikson und sein Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung:

Das Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung nach Erik H. Erikson sieht 8 Stadien der Entwicklung vor. Er beschreibt darin, dass der Mensch sich im Spannungsfeld zwischen den individuellen Bedürfnissen und Wünschen des Kindes und den ständig wechselnden Anforderungen seiner sozialen

Umgebung bewegt. Jede Stufe ist durch eine zentrale psychosoziale Herausforderung gekennzeichnet, er spricht von sogenannten «Konflikten», deren Bewältigung zu einem gesunden Persönlichkeitswachstum beiträgt: 

    1. Vertrauen vs. Misstrauen (0-1 Jahr): Aufbau von Vertrauen bei angemessener Fürsorge.
    2. Autonomie vs. Scham und Zweifel (1-3 Jahre): Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstkontrolle.
    3. Initiative vs. Schuldgefühl (3-6 Jahre): Förderung von Eigeninitiative und Entscheidungskompetenz.
    4. Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (6-12 Jahre): Entwicklung von Leistungsfähigkeit und Kompetenz.
    5. Identität vs. Rollenkonfusion (12-18 Jahre): Formung einer stabilen Identität.
    6. Intimität vs. Isolation (frühes Erwachsenenalter): Aufbau enger und liebevoller Beziehungen.
    7. Generativität vs. Stagnation (mittleres Erwachsenenalter): Engagement für zukünftige Generationen.
    8. Integrität vs. Verzweiflung (höheres Erwachsenenalter): Rückblick auf das Leben und Akzeptanz des eigenen Lebenslaufs

Gemäss Erik H. Erikson ist die Stufenfolge unumkehrbar. Die vorangegangenen Phasen legen das Fundament für die folgenden Entwicklungsstufen. Erfahrungen aus früheren Phasen helfen, die Herausforderungen im späteren Leben zu bewältigen. Spannenderweise wird dabei ein Konflikt nie vollständig gelöst, sondern bleibt ein Leben lang relevant und war bereits vor dem jeweiligen Stadium als Problematik vorhanden. Was ist also für eine gesunde Entwicklung relevant? Dass ein Konflikt auf einer bestimmten Stufe ausreichend bearbeitet wird, um die nächste Stufe erfolgreich meistern zu können…

Die 7 Jahresschritte nach Bernard Lievegoed

Um was geht es hier? Lievegoed sieht in den verschiedenen Lebensphasen eine natürliche Abfolge von Entwicklungsschritten des Menschen zu seiner
Selbstverwirklichung als Individuum: Der Mensch ist ständig in seiner
Selbständigkeit und Selbstkontrolle gefordert. Auch hier baut jede Phase auf den Erfahrungen, der vorherigen auf und ist entscheiden für die persönliche Reifung und Entfaltung. Die 8 Stufen gemäss Erik H. Erikson kommen jedoch hier in sämtlichen Lebensphasen zum Tragen.

Jugendjahre: Entdeckung und Wachstum

In den frühen Jahren, oft als die Jugendjahre bezeichnet, dreht sich alles um
Entdeckung und Wachstum. Diese Phase ist geprägt von intensiver Energie, Neugier und dem Wunsch, die Welt zu erforschen. Freundschaften, erste Liebe und die Ausbildung formen das Fundament für die Zukunft. Diese Zeit ist oft von einem Gefühl der Unbesiegbarkeit und endlosen Möglichkeiten geprägt.

20er und 30er: Aufbau und Abenteuer

Die 20er und 30er Jahre sind Zeiten des Aufbaus und der Abenteuer. Beruflicher Einstieg, Karriereplanung und die Gründung einer eigenen Familie stehen im Mittelpunkt. Diese Phase kann aufregend sein, da sie viele erste große Erfolge und Herausforderungen mit sich bringt. Es ist eine Zeit des Ausprobierens und des intensiven Lernens, sowohl beruflich als auch persönlich.

40er und 50er: Konsolidierung und Reflexion

In den 40er und 50er Jahren beginnt oft eine Phase der Konsolidierung und Reflexion. Menschen haben in der Regel ihre beruflichen Ziele klarer definiert und erreichen oft eine stabile finanzielle Basis. Dies ist auch eine Zeit, in der viele Menschen ihre Prioritäten überdenken und einen tieferen Sinn im Leben suchen. Die sogenannte Midlife-Krise kann eine Phase der Neuorientierung sein, die neue Möglichkeiten und Perspektiven eröffnet.

60er und darüber hinaus: Weisheit und Gelassenheit

Die 60er Jahre und darüber hinaus bringen eine Phase der Weisheit und Gelassenheit. Viele Menschen gehen in den Ruhestand und haben die Möglichkeit, sich auf ihre Hobbys, Reisen und das Zusammensein mit der Familie zu konzentrieren. Diese Zeit bietet die Gelegenheit, auf das Leben zurückzublicken und die Früchte der harten Arbeit zu genießen. Die Lebenserfahrung und Weisheit, die in diesen Jahren gewonnen werden, sind von unschätzbarem Wert.

Wann ist also die beste Lebensphase?

Die beste Zeit des Lebens zu definieren, ist eine komplexe und individuelle Angelegenheit, die stark von persönlichen Erfahrungen, Werten und Lebensumständen abhängt. Jede Lebensphase hat ihre eigenen besonderen Höhepunkte und Herausforderungen, die sie einzigartig und wertvoll machen. Was bleibt also?

Der nostalgische Blick und/oder lieber die Reflexion?

Vor dem Hintergrund der Lebensphasen nach Lievegoed lohnt es sich immer wieder zu fragen:

    • Wofür bin ich aktuell dankbar?
    • Was sind die Schönen Momente in meinem Leben?
    • Was habe ich schon erreicht? Was noch nicht?
    • Worin bin ich gut? Worin nicht?
    • Was macht es aus, dass ich in diesem Umfeld arbeite?
    • Was macht es aus, dass ich in diesem Land lebe?
    • Wie beurteile ich die aktuelle Situation?
    • Was kann ich weglassen?
    • Was möchte ich noch zulassen?
    • Was bin ich bereit FINAL loszulassen?
    • Welche Schichten meiner Persönlichkeit habe ich noch nicht gelebt?

Diese Fragen helfen, sich selbst besser zu verstehen und die eigenen Ressourcen zu erkennen. Jede Lebensphase, auch wenn sie manchmal in Lebenskrisen mündet, bietet Chancen zur Weiterentwicklung. Die Rückführung zur inneren Lebenskraft und das Ableiten der nächsten Schritte aus dieser Kraft sind essenziell.

Das Fazit

Der ewige Vergleich, Vorbilder und all diese «Parameter». Ab welcher Lebensphase spielen sie keine Rolle mehr? Ab wann bin ich gut genug, genau so wie ich bin? Schon klar, in jedem therapeutischen, psychologischen oder sozialpädagogischen Kontext heisst es immer «Du bist gut, genauso, wie du bist». Und was ist mit den sozialen Medien? Hier will ich schon gar nicht erst beginnen…

Gut genug zu sein bedeutet nicht, alle Erwartungen perfekt zu erfüllen. Es bedeutet, sich selbst zu akzeptieren, mit allen Stärken und Schwächen. Psychologen betonen die Bedeutung der Selbstakzeptanz und des Selbstwertgefühls. Ein gesundes Selbstwertgefühl entsteht nicht durch das ständige Streben nach Perfektion, sondern durch die Anerkennung des eigenen Wertes, unabhängig von äußeren Erfolgen. Die Reise zu dieser Erkenntnis ist oft lang und herausfordernd. Es erfordert, dass wir uns mit unseren innersten Gefühlen auseinandersetzen und die Stimmen der Selbstkritik hinterfragen. Sind die Erwartungen, die wir an uns selbst stellen, wirklich unsere eigenen, oder spiegeln sie die unerreichbaren Ideale anderer wider?

Ab wann ist es gut? Ich persönlich glaube, viele Best Ager sind im Bewusstsein
angekommen, was sie alles im Leben gemeistert haben. Und ein für mich persönlich matchentscheidender Gamechanger ist der Faktor ZEIT – Der Faktor Zeit, sei’s zurück, wie auch in die Zukunft erhält eine ganz andere Wertstellung. Durch den Filter der Zeit, erhält vieles einen neuen Wert und erscheint uns in einem anderen Licht. Krisen, vermeintlich verpasste Chancen, falsche Entscheidungen erhalten unter dem Faktor Zeit einen neuen Stellenwert im Leben. Auch die Zukunft und vor allem die Zeit, welche noch bleibt, ergreifen nachhaltiger und viel intensiver unser Bewusstsein. Die eigene Endlichkeit, welche seit Geburt in unserem Lebensbuch geschrieben steht, entfaltet «plötzlich» ihre eigene bestimmende und tragende Schwingung. Die zentrale Frage, «Wer bin ich und wozu bin ich hier», fängt unabhängig der religiösen Einstellung ganz sanft und nachhaltig eine zentrale
vielleicht sogar philosophische Nuance unserem Leben beizusteuern…

Zu wissen, vorausgesetzt wir sind gesund, es ist noch so viel im Leben möglich, aber nicht zu müssen, dass 2/3 des Lebens gelebt ist, lässt ein ganz anderes «Lustgefühl» am Leben entstehen und der eigene Wert als Mensch erhält einen völlig neuen Platz im eigenen Bewusstsein. Zu erkennen, worin liegt mein Selbstwert, worin liegt meine Liebe zu mir selbst, sind zentrale Momente in dieser Lebensphase und entfalte eine ganz neue Form der Lebenskraft!

Die Augen: Der Spiegel zur Seele – Das Tor zum ganzheitlichen Ansatz

Unser Gehirn der Rolls Royce unter den Rechenmaschinen!

Das menschliche Gehirn, oft als eine der komplexesten und faszinierendsten Strukturen des Universums bezeichnet, spielt eine zentrale Rolle in unserem täglichen Leben. Als organischer Supercomputer verarbeitet es eine unglaubliche Menge an Informationen mit bemerkenswerter Effizienz. Während die IT-Branche mit schnellen Datennetzen und leistungsfähigen Computern beeindruckende Fortschritte macht, bleibt das menschliche Gehirn das unangefochtene Vorbild in Sachen Datenverarbeitung und Effizienz. Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist die Bildverarbeitung, bei der das Gehirn in nur 100 Millisekunden Bilder analysiert und interpretiert. Ohne das Gehirn wären unsere Sinne nutzlos, da es erst die zentrale Verarbeitung der Sinneseindrücke ermöglicht.

IT-Branche und schnelle Datennetze vs. Effizienz des Gehirns

Moderne Technologien haben die Art und Weise revolutioniert, wie wir Informationen verarbeiten und kommunizieren. Dennoch kann kein Computer mit der Geschwindigkeit und Effizienz des menschlichen Gehirns mithalten. Während ein Computer oft mehrere Schritte benötigt, um einfache Aufgaben zu bewältigen, verarbeitet unser Gehirn Informationen in einem Bruchteil einer Sekunde. Besonders bemerkenswert ist, dass das Gehirn nur etwa 20 Watt Energie verbraucht, während Supercomputer für ähnliche Aufgaben enorme Energiemengen benötigen.

Das Auge und seine Struktur

Das menschliche Auge ist ein Meisterwerk der Natur und dient als kleines, optisches Wunderwerk, das in Zusammenarbeit mit dem Gehirn phänomenale Leistungen erbringt. Die Augen sind etwa halb so groß wie Tischtennisbälle und liegen gut geschützt in den Augenhöhlen. Verschiedene Strukturen wie Hornhaut, Bindehaut, Lederhaut, Aderhaut, Ziliarmuskel, Regenbogenhaut und Pupille arbeiten zusammen, um uns das Sehen zu ermöglichen. Die Pupille reguliert den Lichteinfall, eine Fähigkeit, die als Adaption bezeichnet wird, während der Glaskörper für Stabilität und Form des Auges sorgt. Die Netzhaut wandelt Lichtstrahlen in elektrische Impulse um, die dann über den Sehnerv zum visuellen Cortex transportiert werden. Das Gehirn verarbeitet diese Impulse kontinuierlich und vergleicht sie mit gespeicherten Informationen, wodurch wir in der Lage sind, unsere Umwelt zu erkennen und darauf zu reagieren.

Augen – Das Spiegelbild unserer Emotionen

Unsere Augen sind nicht nur Sehinstrumente, sondern auch Spiegel unserer Emotionen. Ein Lächeln oder ein emotionaler Glanz in den Augen kann oft mehr sagen als Worte. Im Therapie- und Begleitungssetting spielt der Blickkontakt eine zentrale Rolle was den Rapport und die Prozessleitung betrifft: Es wird Vertrauen aufbaut und eine tiefe emotionale Verbundenheit im Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz im Sinne von Raum für Entwicklung geben und nehmen geschaffen. Die Augen und ihre Reaktionen auf verschiedene Emotionen und Situationen sind faszinierend. Pupillenreaktionen sind ein unbewusster Ausdruck von Freude, Angst, Wut, Trauer, Stress und Müdigkeit und werden von den autonomen Nervenbahnen, dem Sympathikus und dem Parasympathikus, gesteuert, welche mit unserem Gefühlszentrum im Gehirn eng in Verbindung stehen. Die Pupillen reagieren nicht nur auf Lichtverhältnisse, sondern auch auf emotionale und physiologische Zustände. Freude, Interesse oder auch Überforderung und Schmerz können die Größe der Pupillen beeinflussen. Ebenso sind Pupillenreaktionen ein Indikator für den Konsum von Drogen. Diese Anpassungsfähigkeit der Pupillen ist ein komplexer Prozess, der evolutionäre Bedeutung hat, da er eine schnelle Reaktionsfähigkeit auf Umweltreize ermöglicht.

Updates aus Forschung & Wissenschaft / Retinitis Pigmentosa – neue Hoffnung

Retinitis Pigmentosa ist eine genetische Erkrankung, die fortschreitenden Sehverlust und letztlich Erblindung verursacht. Forscher der Universität Genf und Lausanne haben nun die Rolle eines „molekularen Reißverschlusses“ aus vier Proteinen entdeckt, dessen Fehlen zum Zelltod der Netzhautzellen führt.

Diese Erkenntnis bietet neue Perspektiven für Therapieansätze. Durch die Injektion des fehlenden Proteins könnten die Photorezeptorzellen geschützt und der Krankheitsverlauf verlangsamt werden. Diese Entdeckung eröffnet vielversprechende Möglichkeiten für die Behandlung von Retinitis Pigmentosa und gibt Betroffenen neue Hoffnung

Paul Guichard, Mitautor der Studie, betont, dass die Forscher optimistisch sind, dass durch die Injektion des fehlenden Proteins in Patienten mit bestimmten Formen von Retinitis Pigmentosa der molekulare Reißverschluss wiederhergestellt und somit das Absterben der Photorezeptorzellen verhindert werden könnte.

Keypoint für meine Praxistätigkeit:

In meiner therapeutischen Praxis lege ich besonderen Wert auf die Beobachtung der Augen meiner Klienten/Patienten. Bezüglich dem Anamnesesetting liefert mir der erste Blickkontakt, sowohl beim Erstgespräch als auch in den Folgesitzungen, wertvolle Hinweise für das umfassende Verständnis des Menschen und seines Gemütszustandes, sei dies aktuell, wie auch vom Konstitutionstyp her.

Auf ein hohes Stressniveau z.B. können verstärkte rote Äderchen in der Bindehaut hinweisen. Auch die Spannkraft der Augenpartien, sofern sie nicht kosmetisch oder chirurgisch verändert wurde, liefert allgemeine Informationen über Schlafqualität, Ernährung und Bildschirmnutzung sowie spezifische Hinweise wie Nährstoffmangel oder bezüglich der vegetativen Balance. Die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten der Augenbewegungen bieten ein großes Potenzial für die persönliche Entwicklung und bereichern die therapeutische Beziehung. Ein vertiefter diagnostischer Ansatz ist die Irisdiagnose, bei der mit Hilfe eines Mikroskops spezifische Ablagerungen und Muster in der Regenbogenhaut analysiert werden. Dies ermöglicht präventive und therapeutische Einblicke in die Selbstregulationsfähigkeiten des Körpers und die Entstehung von Krankheiten.